Backpacker Reise von Kolumbien bis Mexiko


Meine Freundin und ich starteten Ende Oktober 2018 unsere dreimonatige Reise von Kolumbien bis Mexiko. Um unsere Erfahrungen zu teilen, schreiben wir hier die wichtigsten Informationen und Erlebnisse in einen kurzen Reise Blog. Viel Spass beim Lesen!



Kolumbien

 

Unsere Reise beginnt mit einem Flug nach Bogota. Unsere Ziele in Kolumbien sind zunächst Leticia, wo wir eine Amazonastour machen. Später gehen wir über Salento bis Medellín. Von dort fliegen wir nach Cartagena, wo wir noch eine andere Region des Landes kennenlernen.

Leticia

Die kleine Stadt Leticia liegt an südöstlicher Spitze des Landes und grenzt an Brasilien und Peru. Nach einem zweistündigen Flug landen wir in Leticia, das weit und breit vom Dschungel umgeben ist. Leticia selbst hat nicht wirklich grossen Charme. Wir gehen auf eine 3-tägige Dschungeltour, bei der in einer wunderschönen Lodge am Amazonas übernachtet wird für gesamthaft 900000COP (290Fr.) pro Person. Nebst den Wandertouren im Dschungel konnten wir auch Piranhas fischen, Krokodile und Delphine beobachten. Die Wanderungen waren aufgrund der grossen Hitze und wirklich sehr vielen Mücken sehr anstrengend. Trotzdem war die ganze Erfahrung sehr empfehlenswert und die Stimmung in einem abgelegenen Teil des Amazonas ist unbeschreiblich. Weiter ging die Reise wieder nach Bogota, da nur Flüge über die Hauptstadt existieren.


Tipps: Die Dschungeltouren werden meist ab 3-Tage angeboten. Plant deshalb genug Zeit in Leticia ein. Wir haben vor Ort bei „Amazon Jungle Trips“ gebucht. Dort wurden wir professionell informiert und konnten unsere grossen Gepäcke mit gutem Gewissen in Leticia lassen. Weiter sollte man lockere lange Kleidung tragen, um sich so gut wie möglich von den Mücken zu schützen und somit den Dschungel geniessen zu können.

Salento

Über das kleine Bergdorf im Zentrum des Landes haben wir viel Positives gehört und gelesen. Nun wollten wir uns selbst davon überzeugen. Am Einfachsten gelangt man über Pereira und dann mit einer 1-stündigen Busfahrt nach Salento. Wir waren beide begeistert, als wir sofort die gemütliche und friedliche Dorfstimmung zu sehen bekamen. Im La Floresta Boutique Hostel konnten wir ein paar Tage verbringen und das großartige Angebot des Bergdorfes nutzen. Dabei durfte die Wanderung im Cocora Tal und auch ein Reitausflug zu einem Wasserfall nicht fehlen. Am Abend hat es gemütliche Restaurants, wo man für unter 10Fr. hervorragend und ausgiebig speisen kann.


Tipps: Das La Floresta Boutique Hostel ist perfekt zum Entspannen, bietet aber auch vor Ort Aktivitäten an. Jedoch sollte man immer selbst entscheiden, ob es Sinn macht, auf die Organisationen für die Ausflüge einzugehen. Die Cocora Wanderung kann man zum Beispiel sehr gut auch auf eigene Faust unternehmen und dabei viel Geld sparen.

Medellín

Die Busfahrt nach Medellín dauert anstatt den besagten 6 gerade mal fast 10 Stunden, da es sehr viele Baustelle zu unserer Zeit gab. Weiter ist auch zu sagen, dass die Kolumbianer bei ihrer Zeitschätzung auch bei anderen Aktivitäten weit neben der Realität liegen können. So kann eine Strecke zum Laufen anstatt den 30min locker mal 1.5h dauern. Somit erreichen wir mit etwas Verspätung die Stadt des ewigen Frühlings. Bei der Stadtbesichtigung sollte man auf jeden Fall die Gondelbahn einplanen. Man fährt dabei über die armen Stadtteile von Medellín und wird mit einer super Aussicht auf die Metropole belohnt. Ein Tagesausflug zur Region Guatapé darf natürlich auch nicht fehlen. Man fährt dabei etwa 2h und kann den bekannten El Peñol Fels begehen. Das Dorf Guatapé ist mit seinen farbigen Häusern und den vielen netten Cafés sehr empfehlenswert! Die Touristen waren vor allem Kolumbianer und in Medellín konnten wir fast keine «ausländischen» Touristen sehen. Ein weiteres Erlebnis war die Ruine "Finca Manuela", ein ehemaliges Anwesen von Pablo Escobar. Diese ist per Boot von Guatapé erreichbar und bietet ein Einblick in das luxuriöse Leben des ehemaligen Drogenbosses..

Tipps: Die Metrobahn in Medellín eignet sich hervorragend um die grosse Stadt zu erkunden. Dabei kostet eine einfache Fahrt meist um die 2400 COP (0.8Fr.)

Cartagena

Wir sind von Medellín nach Cartagena geflogen, da es wirklich sehr einfach und günstig ist. Nach einer Stunde erreichen wir die touristische Kolonialstadt von Kolumbien, welche zum UNESCO Welterbe gehört. Durch die vielen Touristen gibt es leider auch sehr viele Strassenverkäufer, welche die schöne Altstadt besetzen und man wird sehr oft angesprochen. Dazu kommt, dass man sich an die Hitze zuerst gewöhnen muss. Für uns beide war das schnell zu viel und wir vermissten das gemütliche Leben in den vorher besuchten Dörfern und deshalb entschieden wir uns, weiter nach Santa Marta zu reisen. Der Anblick der Altstadt und dessen bunten Fassaden und hübsche Gassen war aber dennoch die Reise wert.

Santa Marta

Mit dem Bus reisten wir in etwa 5 Stunden für 28000COP (9Fr.) pro Person nach Santa Marta wobei wir die Tage in Taganga, einem kleinen Fischerdorf, verbrachten. Das Dorf sieht zwar von Weitem sehr idyllisch aus, da es zwischen in einer Bucht liegt und von grünen Hügeln umgeben ist. Jedoch war der Ort selbst für uns nicht sehr ansprechend. Das liegt vor allem daran, dass sobald man auf die Strasse lief, einem sofort etwas angeboten wird. Sauber ist es auch nicht und man hat gehört, dass viele Gauner unterwegs sind. Wir planten deshalb Tagesausflüge und kochten im Hotel selbst. Der Ausflug in den Tayrona National Park ist auf jeden Fall ein Muss. Wir liefen etwa 2h den schönen, aber durch die Regenzeit auch teils matschigen Wegen entlang und genossen die Mischung aus Dschungel, Palmen und Strand. Vor allem die grossen Felssteinen an den Stränden passen perfekt in die naturbelassene Landschaft.

Tipps: Für die Wanderung im Tayrona Park empfehlen wir am besten Trecking Sandalen zu tragen, da man so auch die Flüsse durchqueren kann, ohne gross die Schuhe an- und ausziehen zu müssen.

Fazit Kolumbien

Gesamthaft hat uns Kolumbien mit seiner Vielfalt und mit den herzlichen Menschen sehr gefallen. Die von uns bereisten Gegenden waren immer sehr sicher und wir hatten keinerlei Probleme. Uns hat am besten die Region bei Salento gefallen. Auf Reisen hat man immer den Drang weiterzugehen. Man weiss ja auch nie, was noch auf einem zukommt. Wenn wir die Zeit zurückdrehen könnten, würden wir wohl noch ein paar Tage länger im Bergdorf Salento bleiben und das angenehme Klima, die bunten Häuser und die Kultur geniessen.  

Tipps Kolumbien:


Die offiziellen Taxis in Kolumbien können manchmal ein wenig tückisch sein. Einmal wurden wir zu einem falschen Ort hingebracht. Manchmal fahren sie mit oder ohne Taximeter und zudem wirken sie meist etwas gestresst. In grossen Orten haben wir dann auf Uber gewechselt. Die Kosten sind fast dieselben und man muss sich keine Gedanken wegen des Preises und der Route machen.

Meine Freundin spricht zum Glück sehr gut Spanisch. Ich dachte mir schon im Voraus, dass das sehr praktisch sein wird. Das jedoch fast nirgends Englisch gesprochen wird, macht mich nochmals dankbarer, eine solche Begleitung dabei zu haben.

Doppelzimmer kosten in einfachen Hotels oder Hostels zwischen 20-30Fr. Im Restaurant zahlt man für das Abendessen etwa 10Fr. und das Mittagessen im einfachen Fast Food Restaurant etwa 3Fr. Taxis kosten für eine halbe Stunde ungefähr 20000COP (7Fr.)


Panama

 

Weiter geht unsere Reise nach Panama. Wir flogen von Barranquilla nach Panama-Stadt mit Copa Airlines. Es empfiehlt sich nicht per Landesstrasse die Länder zu durchqueren, da es anscheinend in der Grenzregion noch sehr gefährlich sein kann. In Panama wird in der amerikanischen Währung und mit dem gleichwertigem panamaischen Balboa bezahlt. Auch sonst findet man einige Parallelen zu den USA. Dies hat zum Grund, dass Panama lange Zeit unter dem Einfluss von Amerika stand.

Panama-Stadt

Die Hauptstadt von Panama umfasst etwa 800'000 Einwohner und macht daher etwa ein Fünftel der ganzen Bevölkerung von Panama aus. Nach etwa 40min Busfahrt vom Flughafen Tocumen erreicht man das Stadtzentrum. Die Innenstadt hat mit ihren grossen Gebäuden und ihrer Struktur den typischen Stil einer amerikanischen Grossstadt. Ein angenehmes Flair hat die südlich vom Zentrum gelegene Altstadt mit bunten Gebäuden und schönen Kirchen. In Panama-Stadt herrscht nur 3 Monate Trockenzeit. Deshalb war es auch nicht erstaunlich, dass bei unserem Stadtbesuch der Regen anhielt und wir deshalb in der mächtigen Albrook Mall, einem Einkaufszentrum mit über 700 Geschäften, Zeit verbrachten. Weiter empfiehlt sich ein Besuch in Miraflores, eine der Schleusen des bekannten Panama Kanals, welcher den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Für 20 Dollar kann man die mächtigen Schiffe beobachten und in einem Museum das beachtliche Werk des erbauten Kanals erforschen. Man staunt nicht schlecht, dass die grössten Schiffe bis zu einer halben Million für die Durchquerung bezahlen. Jedoch wird dies schnell gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass dadurch fast ein Monat Seefahrt erspart wird.

Tipps: Die Busstation beim Flughafen Tocumen ist etwa 10min vom Hauptgebäude entfernt. Es lohnt sich aber den kurzen Weg zu gehen, da das Busticket, anstatt 25-30 Dollar für ein Taxi, gerade mal 75 Cent kostet und auch per Schnellstrasse in die Stadt gefahren wird. Achtet bei eurem Stadtbesuch auf die Lage des Hotels. Es gibt Armenviertel, die aufgrund der Kriminalität zwischen Drogenbanden gemieden werden sollten.

Pedasí

Spontan entschieden wir uns, nach unserer Grossstadt Besichtigung einen Abstecher in den südlichen Bereich des Landes zu machen (Region Pedasi). Dort gibt es ein kleines ruhiges Dörfchen Pedasi Town und einen wunderbaren Surferstrand Playa Venao. Der Weg dorthin ist aber nicht ganz ohne. Ein Bus von Panama Stadt fährt ca. 4h bis nach Las Tablas. Von dort nimmt man einen kleineren Bus für 1h bis nach Pedasi Town und danach entweder einen Shuttle oder nochmals den Bus bis zum Playa Venao für eine weitere Stunde. Wir übernachteten im Tipi Zelt im Hostel Selina. Dort begann unsere Entdeckung dieser Hostelkette, die meist über viele Aktivitäten und cooler Infrastruktur verfügen und mittlerweile in vielen Teilen Zentralamerikas zu finden sind. Wir genossen den wunderschönen grossen Strand, der zu unserer Reisezeit fast ausschliesslich von den Gästen des Hostels benutzt wurde. Wir übernachteten auch im Dorf selbst und genossen die friedliche und freundliche Stimmung der Einwohner. Es gibt auch sehr coole Restaurants, die auf TripAdvisor einfach zu finden sind und uns eine leckere Pizza für etwa 10$ bescherte.

Tipps: Etwa 5min vom Hostel Selina Playa Venao befindet sich das unscheinbare «Coleo Restaurante», das nur über ein paar wenige Tische verfügt, jedoch ein so leckeres Pad Thai zum Abendessen servierte, dass wir am nächsten Mittag dort gleich noch einmal dasselbe Gericht bestellten.

Boquete

Der Weg unserer Reise führt uns weiter nordwestlich in das Bergdorf Boquete. Auch hier entschieden wir uns, durch die guten Strassen und das ausgeprägte Busnetz, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Durch Panama führt die bekannte «Panamericana», die angeblich die längste Strasse der Welt ist und Alaska mit Südamerika verbindet. Die Busfahrt muss jedoch wieder mit Zwischenstopps in Chitré, Los Santos und David gemeistert werden und dadurch fast den ganzen Tag in Anspruch nimmt.

In Boquete wird man von den Luxus Häusern und Altersresidenzen überrascht, die diese Region prägen. Das Bergdorf selbst bietet jedoch keinen grossen Charme, hat aber zahlreiche schöne Hotels und Arrangements, in jenen man das angenehme Klima geniessen kann. Es bietet aber auch viele Touren und Aktivitäten wie Wandern, River Rafting oder Reiten. Wir machten die Ketzaltrail Wanderung, die über kleine Flüsse durch den schönen grünen Wald verläuft.

Tipps: Das Central Hotel in Boquete bietet ein sehr gutes Frühstücksbuffet, einen Whirlpool und einen tollen Besitzer, der uns viele Tipps gab und uns für eine weitere Nacht sogar ein super Zimmer zum Spezialpreis anbot.


Bocas del Toro

Um uns vom ganzen Umherreisen zu erholen, haben wir einen Stop auf den Bocas del Toro Inseln gemacht, die über Almirante per Bus und mit einem Boot erreichbar sind. Dies ist eine Inselgruppe im nordwestlichsten Teil des Landes und verfügt über viele Aktivitätsmöglichkeiten. Wir haben insgesamt auf vier verschiedenen Inseln übernachtet und sind über eine Woche geblieben. Das spezielle an den Inseln ist, dass man für die verschiedenen Aktivitäten jeweils ein Wassertaxi braucht. Man steht einfach auf den nächsten Steg und hält die Hand auf und schon kommt ein Boot, welches einem für ein paar Dollar ans Ziel bringt. Es hat ein besonderes Flair und auch die verschiedenen gemütlichen Restaurants in Bocas haben uns sehr gefallen. Es ist alles recht einfach gestaltet und man kann für wenig Geld tolle Sachen machen. Wir haben zum Beispiel einen Tag ein Fahrrad für 5$ gemietet und hatten einen tollen Ausflug zum wunderschönen ruhigen Playa Bluff. Weiter haben wir auch die Zapatilla Tour gebucht. Dies war ein eintägiger Ausflug zu verschiedenen Spots in Bocas del Toro und zur Insel Zapatilla, die mit ihren karibischen Traumstränden glänzt. Das Highlight war dabei, dass uns auf der Hinfahrt zwei Delphine nahe am Boot aufgesprungen und nachgeschwommen sind. 

Tipps: In der bekannten Bambuda Lodge auf der Insel Bastimentos haben wir auch übernachtet. Die Lodge bietet tolle Zimmer im Dschungel-Lodge Stil und eine coole Pool Terasse mit einer 60m langen Rutschbahn direkt ins Meer!

Fazit Panama

Das Land bietet im Gegensatz zu Kolumbien in vieler Hinsicht einen besseren Standard und mehr Sicherheit. Natürlich sind auch die Preise dementsprechend höher. Da wir nicht sehr viele Gebiete von Panama gesehen haben, ist es auch schwierig, das Land zu beurteilen. Die Bocas del Toro Inseln und Pedasi haben uns sehr gut gefallen, würden wir aber eher für Backpacker und einfach Reisende empfehlen. Wiederum gab es Bereiche, bei denen die Menschen nicht eine allzu grosse Freundlichkeit zeigten. Gesamthaft vermissten wir die Kultur und den Charme des Landes, der aufgrund der vielen Einflüsse von verschiedenen Menschenrassen ein wenig verloren geht. Sicherlich gibt es noch viel mehr zu entdecken in Panama und mit einem Mietwagen könnte man eher schneller zu abgelegen Gebieten wie z.B. Pedasi gelangen und dabei schöne versteckte Orte finden.

Tipps Panama:


In Panama ist es ähnlich mit dem öffentlichen Verkehr wie in Kolumbien. Es hat in jeder grösseren Ortschaft ein Terminal, an dem dann die Busse fahren. In Panama Stadt haben wir dann oftmals Uber für 2-3$ benutzt, um kleine Strecken zurückzulegen. 

Englisch wird auch in Panama nur selten gesprochen, ausser in sehr touristischen Gegenden oder wenn man gerade auf einen ausgewanderten Amerikaner trifft.

Die Währung ist übrigens der Amerikanische Dollar und der panamaischer Balboa, die beide aneinander gekoppelt sind.

Man bezahlt für ein einfaches Doppelzimmer so ab 30Fr. und für das Essen eher wie in Europa. Grundsätzlich ist aber immer so, dass man in einfachen einheimischen Restaurants sehr günstig und gut Speisen kann. Tripadviser hat uns da schon einiges geholfen... 


Costa Rica

Die nächste Destination ist das bekannte Costa Rica. Wir kamen von den Bocas del Toro Inseln her und diese liegen Nahe der Grenze von Costa Rica. Deshalb gingen wir auch per Landweg über die Grenze. Die zwei Länder sind von einem Fluss getrennt und dabei ist es ein Erlebnis, da man die Überquerung per Fuss machen muss.

Puerto Viejo

Die erste Destination in Costa Rica ist das südöstliche Puerto Viejo. Dies ist ein altes Fischerdorf mit karibischem Flair, wo auch viel gesurft wird. Die Strände sind herrlich schön, wie es für die Karibik typisch ist. Unser Hotel war etwas unterhalb von Puerto Viejo am Playa Uva. Die Küstenstrasse führt durch Puerto Viejo bis hoch nach Limon. Dazwischen liegt noch das kleine Dorf Cahuita. Dort verbrachten wir zwei Nächte im Apartment Marfi Inn, dessen Besitzer ursprünglich aus Italien kommen. Nach all den bisher eher kleinen Hotelzimmern genossen wir den vielen Platz und die schöne Einrichtung der Unterkunft und konnten am Abend eine herrliche Pizza im hauseigenen Restaurant geniessen. Ein paar hundert Meter von der Unterkunft entfernt, befindet sich der Nationalpark Cahuita, welcher 8km an der Küste verläuft und dabei immer wieder traumhafte Aussichten auf den Küstenbereich bereithält.

Tipps: Im Jaguar Rescue Center nahe Puerto Viejo befinden sich gerettete Wildtiere, die durch ein Unglück dort wieder fit gemacht werden. Etwa 800 Tiere sind es pro Jahr, fast die Hälfte davon Faultiere, die durch Strommäste verletzt werden. Für 20$ kann man eine geführte Tour machen und dabei eine gute Organisation unterstützen.


Corcovado

Wir wollten unbedingt den als angepriesenen schönsten Nationalpark von Costa Rica besichtigen. Der Corcovado liegt jedoch auf der anderen Seite des Landes und man muss zuerst über San José fahren. Wir haben uns entschieden, in der Hauptstadt einen Flug zu nehmen. Dies ist nicht nur sehr praktisch, sondern auch ein einzigartiges Erlebnis. Zumindest für uns, da die Strecke zwischen San José und Bahia Drake von einer Cessna Caravan, einer kleinen Propellermaschine, betrieben wird. Die Sicht auf die Küste ist sehr schön und der Anflug auf den kleinen Flugplatz inmitten der Bäume ein Spektakel. In Bahia Drake bieten dann fast alle die Ausflüge in den Corcovado Nationalpark an. Gemäss dem Lonely Planet Reiseführer ist ein Guide Pflicht und hierfür bezahlten wir 90$ für die Corcovado Wanderung. Tiere hat es aber reichlich viele. Von jeglichen Affenarten, zu vielen Vögeln bis hin zu Krokodilen ist alles vorhanden. Am zweiten Tag gingen wir auch noch auf die Cano Island schnorcheln. Das Wasser dort ist leider recht trüb. Wir konnten trotzdem viele Fische und eine Schildkröte beobachten.

 

Tipps: Man kann Bahia Drake auch per Boot erreichen, was wir auch für den Rückweg benutzt haben. Dabei ist der Weg das Ziel, da man durch einen bootsbreiten Mangrovenwald fährt und wir konnten auch ein Krokodil und eine Schlange sichten.

Uvita-Jaco-Monteverde 

Eigentlich hatten wir im Sinn, auch Costa Rica mit dem Bus zu bereisen, jedoch merkten wir bald, dass dieses Land sehr viele verstreute Hotspots hat, die auch durch schlechte Strassenverhältnisse schwierig zu erreichen sind. Zudem hatten wir bereits bemerkt, dass das Land zwar überall Busse hat, diese aber bei uns vollgestopft und unklimatisiert waren und zudem reichlich Verspätung hatten. Deshalb entschieden wir uns, den Luxus eines Mietwagens für eine Woche zu gönnen. Das Abenteuer startete in Uvita. Dort gibt es am Strand einen Ausläufer, der die Form einer Walflosse hat und zu Ebbe Zeit begehbar ist. Der Sonnenuntergang dort ist einfach traumhaft! Einen Zwischenhalt machten wir auch in Jaco. Unseren Geschmack hat das Städtchen leider nicht getroffen, da es ein Partyort für die Amerikaner ist wie La Palma in Mallorca für die Deutschen. Weiter ging die Reise entlang der Küste bis nach Monteverde. Dort konnten wir eine Wanderung im Nebelwald machen. Das satte Grün ist herrlich und die spezielle Stimmung mit den Wolken, die über einem hinweg ziehen, ist vorprogrammiert. 

Tipps: Zwischen Dominical und den Nauyaco Wasserfällen befindet sich eine ausgemusterte Boeing 727, die als Restaurant namens Tropical Wings umgebaut wurde. Auf dem Weg von Jaco nach Monteverde unbedingt einen Stopp an der Krokodilbrücke in Tarcoles machen. Dort tummeln eine Horde Krokodile unter der Brücke.

Rio Celeste und El Arenal

Die Fahrt geht mit dem Mietwagen weiter zum Rio Celeste, ein Fluss, der durch einen physikalischen Effekt blau erscheint. Dieser Effekt kommt zustande, da zwei Flüsse mit verschiedener Zusammensetzung ineinanderfliessen. Das Ziel unserer Wanderung ist, genau diesen Ort zu besuchen und auf dem Weg dorthin gibt's noch einen fantastischen Wasserfall. Der Weg war zum Teil sehr matschig, aber es hat sich wirklich gelohnt, die Quelle zu besuchen. Wir haben dann noch zwei Nächte am Fusse des El Arenal Vulkans verbracht. Zum Glück konnten wir etwas abgelegen eine tolle Unterkunft nehmen, denn die Ortschaft La Fortuna ist sehr touristisch! Man kann viele Touren und Ausflüge unternehmen, wir entschieden uns für den Mistico Arenal Hanging Bridges Park und sind dann auch einen Tag nur gemütlich am See des Vulkans entlang gefahren. Glücklicherweise war der Vulkan frei von Wolken und wir konnten so die spektakuläre Sicht geniessen.

Tipps: Falls man nach langer Zeit im Ausland auch mal die Schweiz etwas vermisst, kann man entlang des Arenalsees eine Anlage finden, die im helvetischen Stil gebaut ist und auch ein Restaurant mit Fondue besitzt. Sogar ein kleines typisches Schweizer Bähnli führt durch das grosse Eigentum der ausgewanderten Schweizer.

Fazit Costa Rica


Das wohl bekannteste und meistbereiste Land unserer Reise war Costa Rica. Es wird auch gern als Schweiz von Zentralamerika benannt und dementsprechend waren unsere Erwartungen auch sehr gross. Im Gegensatz zu anderen Ländern kann man sich überall aufhalten und muss nie wirklich Angst haben, sich gerade in einer falschen Gegend aufzuhalten. Costa Rica hat auch sehr viel zu bieten, da es eine vielseitige Topographie und viele Tierarten beherbergt. Verständlich ist so auch, dass sehr sehr viele Touristen anzutreffen sind. Jedoch hat uns Costa Rica auch viele Fragen hinterlassen. Auf der einen Seite bezahlt man für die Nationalpärke gerne mal mehr als 20 Dollar, wo man Pfade findet, die in anderen Ländern gratis sind. Im Corcovado machten wir den Schnorchelausflug für 80$ pro Person, wo man am Morgen eine Stunde auf eine Insel fährt und schnorcheln geht und ein einfaches Mittagessen bekommt. Dabei ist man in einer Gruppe von 20 Leuten. Wenn man das hochrechnet, fragt man sich schon, wieso man dann auf der anderen Seite mit Einheimischen spricht und diese eher ziemlich arm leben müssen. Wir trafen sogar einen lokalen Schullehrer, der uns erzählt hat, dass der Staat im Bildungswesen sparen will und so momentan die Schule für alle drei Monate ausfällt. Vielleicht versteht man jetzt, wieso wir mit gemischten Gefühlen aus Costa Rica nach Guatemala flogen. 

Tipps Costa Rica:


Wie gesagt ist es in Costa Rica sehr einfach ein Auto zu mieten und selber die Gegend zu erkunden. Es ist auch mit dem öffentlichen Verkehr möglich, jedoch für unsere besuchten Ziele müsste man oft umsteigen und viel Geduld mitbringen.

Man wird in den meisten Orten gleich in Englisch angesprochen. Jedoch hatten wir schon den Eindruck, dass wenn man mit Spanisch anfängt zu kommunizieren, wird man viel sympatischer angesehen.

Bezahlt wird mit Colones, jedoch wird auch überall Dollar akzeptiert. Aber Achtung: Der Umrechnungskurs ist manchmal übermässig schlecht. Daher wenn möglich mit den einheimischen Colones bezahlen. Die sind übrigens mit den verschiedenen Farben und Tieren auch schön anzusehen.

Unterkünfte findet man zu unserem Erstaunen sehr günstig, vergleichbar mit Panama. Die waren sehr sauber und hatten meist herzliche Besitzer. Auch Essen kann man in den einheimischen "Sodas" zu einem Spottpreis. Teuer wird's bei den Ausflügen und Touren! 


Guatemala 


Wir mussten leider drei Länder in Zentralamerika aufgrund deren Sicherheit überspringen. Honduras und El Salvador gelten generell als sehr gefährlich und seit Anfang 2018 rät das EDA wegen politischen Spannungen & Auseinandersetzungen auch von Nicaragua ab. Somit geht die Reise weiter direkt nach Guatemala!

Antigua

Mit dem Shuttle kommt man in etwa 1.5h vom Guatemala-City Flughafen „La Aurora“ zur ehemaligen Hauptstadt Antigua. Als wir spätabends ankamen, staunten wir nicht schlecht, als alle mit Winterjacken und Mützen herumliefen. Generell soll Guatemala aber das Land des Frühlings sein und deshalb wurde es am nächsten Tag auch frühsommerlich warm!  Die Kleinstadt ist für die Gebäude aus der spanischen Kolonialzeit bekannt. Mit ihren farbigen Fassaden, bunt gekleideten Frauen und der Umgebung, die von vielen Vulkanen geprägt ist, wirft Antigua ein einzigartiges Bild ab. Die gemütlichen Kaffees und Restaurants laden zum Verweilen ein. Es lohnt sich aber auch, einfach im Park zu sitzen und den indigenen Einwohnern beim Verkaufen ihrer handgemachten, bunten Produkte und Kleidern zuzuschauen.

Tipps:  Nebst den vielen günstigen Hostels gibt es in Antigua auch die Casas, die einfache Zimmer anbieten und bei unserem Casa war die Besitzerin sehr liebevoll und hilfsbereit. Für gerade mal 23Fr. konnten wir im Doppelzimmer mit Frühstück in guatemalischer Atmosphäre übernachten.

Atitlán

Von Antigua gelangt man in 3-4h zum Atitlánsee, einem schönen See mit wiederum vielen Vulkanen in seiner Umgebung. Wir benutzten die Zeit dort, um Weihnachten zu verbringen und hatten uns für die Festtage ein schönes Hotel mit Seesicht gegönnt. In Guatemala hat Weihnachten einen sehr hohen Stellenwert. Zu Mitternacht am 24. Dezember entsteht durch das Feuerwerk eine festliche Stimmung wie bei uns am 1. August. Man kann am See verschiedene Aktivitäten machen und es gibt auch mehrere Orte bzw. Dörfer zu besichtigen. Wir genossen jedoch mal die Ruhe und machten nur einmal eine Kanufahrt, bei der wir erst die Klarheit des Wassers bemerkten.

Tipps:  Am sichersten ist die Reise zu den Dörfern am See mit den Booten, den sogenannten „Lanchas“. Jedoch ist es wichtig, die Public Boote zu nehmen, da sonst Privattransfers zu übertriebenen Preisen angeboten werden. Vom Ausgangspunkt Panajachel gibt es zwei Häfen, die jeweils nicht alle Orte bedienen.

Vulkan Acatenango

Da wir aus organisatorischen Gründen noch zwei Tage mehr im südlichen Teil des Landes übrig hatten, bevor es nach Flores ging, entschieden wir uns, diese im schönen Antigua zu verbringen. Mir entgingen jedoch nicht die angepriesenen Touren zum aktiven Vulkan und somit beschlossen wir kurzerhand, auf eine zweitägige Tour zu gehen. Man steigt dabei auf den Zwillingsvulkan des aktiven Vulkans Fuego, nämlich auf den 3976m hohen Acatenango. Mit einer Gruppe von ca. 20 Personen ging es mit etwa 10kg Gepäck am Rücken los und zwar sehr steil. Man redete sich ein, es werde dann bestimmt noch weniger schlimm, jedoch war es bis zum Zeltlager gleich anstrengend, auch wegen der Luft, die immer dünner wurde. Die Aussicht war aber jeden schmerzhaften Schritt wert. Der aktive Vulkan war so nah und immer wieder hörte man sein lautes Grollen während er seine brodelnde Lava herausspukte. Die Nacht war ein einzigartiges Erlebnis und wir hatten Glück, manchmal Ausbrüche zu sehen, bei dem die glühenden Gesteinsbrocken ziemlich weit nach unten flogen. Leider hatte es aus unserer Gruppe etwa 5-6 Leute mit der Höhenkrankheit erwischt, unter der auch meine Freundin sehr litt und deshalb das Naturspektakel nicht ganz so geniessen konnte. Es ist wirklich nicht zu unterschätzen mit der Höhe und man wird auch von den Tour Anbietern nicht gut informiert. Meine Freundin konnte zum Glück noch rechtzeitig halbwegs fit zum spektakulären Sonnenaufgang aufstehen und wenigstens den geniessen, bevor es den steilen Weg wieder nach unten ging.

Tipps: Wie in den vielen TripAdvisor Bewertungen buchten wir die Tour mit „Soy Tours“ und würden das allen empfehlen. Wir waren zwar eine relativ grosse Gruppe, jedoch hatten wir andere gesehen, die ihre Zelte noch selbst hochtragen mussten. Bei uns war das Camp schon eingerichtet und die Guides waren alle überaus nett und halfen bei Problemen und den gesundheitlichen Schwierigkeiten immer ohne zu zögern.

Flores

Nun ging es weiter im nördlichen Teil des Landes, zur Inselstadt Flores. Dorthin gelangt man am Besten mit dem Shuttle oder per Flugzeug. Die Shuttles sind zwar in Guatemala günstig, jedoch sind sie meist sehr eng und vollgestopft. Deshalb vermieden wir die über 10 stündige Fahrt und flogen von Guatemala-City nach Flores. Das Städtchen ist auf einer Insel am Petén-Itzá-See gelegen. Es gibt viele gemütliche Restaurants und obwohl nicht wenige Touristen Flores besuchen, fühlt man sich dennoch in Guatemala. Die Häuser sind immer noch recht einfach und es gibt viele Einheimische, die dort leben. In ein paar Minuten kann man die Insel umlaufen, jedoch ist der neu erstellte Weg durch den steigenden Wasserspiegel an vielen Stellen leider überschwemmt. Wir machten natürlich auch den Ausflug in die über 400qkm grosse Maya Ruinen Stadt. Die Ruinen sind vom Dschungel umgeben und nur die höchsten Tempel ragen über die Bäume hinaus, auf denen man die Grösse der ehemaligen Stadt abschätzen kann.

Tipps: Unserer Meinung nach braucht man nicht unbedingt einen Guide in Tikal. Es gibt sicher bessere und professionellere Guides, als jenen den wir hatten und für Interessierte ist das sicher gut. Aber es macht auch Spass und ist einfach, die Maya Stadt auf eigenem Fuss zu erkunden.

Fazit Guatemala


Guatemala war für uns das Überraschungsei unserer Zentralamerika Reise. Denn wir wussten vorab sehr wenig über das eher unbekannte Land und dementsprechend war die Spannung umso höher, Guatemala zu entdecken. Zunächst wurden wir von den Reisehinweisen des EDA etwas überrascht. Dort wurde von vielen Überfällen in Touristenregionen berichtet und sehr schlechten Verkehrsverhältnisse. Im Nachhinein können wir jedoch sagen, dass wir keinerlei Probleme hatten und uns auch berichtet wurde, dass die Überfälle zum Glück grösstenteils der Vergangenheit angehören. Beim Verkehr haben wir immer Shuttle Busse genommen, die eigentlich sehr anständig gefahren sind. Die coolen Chicken Busse, die als öffentlicher Verkehr in Guatemala dienen, haben wir aufgrund der sehr schlechten Berichte ausgelassen. Abschliessend fanden wir Guatemala ein sehr cooles Land und vor allem die Stadt Antigua hat uns äusserst gut gefallen. Das Land eignet sich aber aufgrund der eher wenigen Touristenattraktionen eher als eine Reiseerweiterung anstatt nur Guatemala zu besuchen.

Tipps Guatemala:


Am Besten reist man in Guatemala mit den Shuttle Bussen, die zum Beispiel zwischen Antigua und Atitlan 12Fr. gekostet haben und daher recht günstig sind. Am Besten lässt man sich direkt über das Hotel/Hostel einen Shuttle buchen, um möglichst eine anständige Agentur zu kriegen.

Spanisch ist natürlich in Guatemala wieder allgegenwärtig, jedoch wäre in Touristenregionen vielerorts auch möglich in Englisch zu kommunizieren.

Bezahlt wird mit Quetzales, jedoch wird auch hier meistens der US-Dollar akzeptiert. Geld abheben sollte man vorzugsweise bei bewachten Geldautomaten. Es ist übrigens in ganz Zentralamerika oft eine Glücksache, ob sie auch Geld ausspucken oder nicht. Wir hatten sogar erlebt, dass ein Automat nur in der Spanischen Sprachoption einen Bezug ermöglichte, trotz der verfügbaren Englischen Sprachoption.

Es gibt viele einfache Hostels und Casas in Guatemala. Wer wirklich Luxus will, muss wohl suchen. Da wir genau um die Weihnachtszeit und über Silvester dort waren, haben wir auch bemerkt, dass wir uns langsam nicht mehr als die einzigen Reisenden fühlten. In einem eher unsicheren Land ist es aber auch ein schönes Gefühl, wenn man nicht ganz alleine ist.


Belize 


Neben dem nördlichen Teil von Guatemala und unterhalb von Mexiko befindet sich der kleine Staat Belize. Da wir per Landweg unterwegs waren, durchquerten wir dieses Land auf dem Weg nach Mexiko. Um auch Eindrücke von Belize mitzunehmen, haben wir ein paar Nächte auf der Insel Caye Caulker verbracht.

Caye Caulker

Unser Shuttle fuhr uns von Flores nach Belize Stadt und zwar um 05:00Uhr früh und das am 1. Januar... Manchmal geht halt nicht alles optimal auf, wenn man spontan reist und dann noch während des Jahreswechsel. Wir freuten uns jedoch sehr auf ein paar chillige Tage auf Caye Caulker. Das Schnellboot fuhr dann von Belize Stadt auf die 35km entfernte Insel. Was wir im Voraus nicht wussten, dass man auf der Insel keinen einzigen richtigen Strand findet. Es gibt den "Splitt" Beach, der jedoch mit Beton ummauert ist und das Meer nur mit einer Treppe zugänglich macht. Diese Umstände und auch die wahnsinnigen Touristenmassen haben uns die Vorfreude leider wieder weggenommen. Wir wollten uns aber die paar Tage nicht verderben lassen und genossen trotzdem das wahnsinnig blaue Meer und das karibische Flair, das auf der ganzen Insel mit den Strassen aus Sand vertreten ist. Ein riesen Highlight war dann die Schnorcheltour, die eigentlich nur ein paar hundert Meter vor der Insel stattfand. Unglaublich klares Wasser, jede Menge Fische und sogar noch ein lebendiges Riff. Es war wie in einem Aquarium und durch die geringe Tiefe zum Schnorcheln ideal. Bei einem Spot konnten wir dann auch mit Riffhaien und Rochen schnorcheln, die einem um die Füssen schwammen.

Tipps: Da wir am Neujahrstag ankamen, explodierten die Preise förmlich. Nach langem Suchen konnte ich direkt übers Internet eine coole Unterkunft finden namens Yuma's House, die einem nicht mit Spezialpreisen um diese Zeit ausnutzt. Das Hostel ist direkt am Meer gelegen und gerade neben dem Bootsanlegesteg.

Fazit Belize


Auch wenn Belize sehr klein ist, haben wir durch unsere Durchreise das Land nicht wirklich gesehen. Hätten wir mehr Zeit gehabt, würde man in Belize auch viele Maya Ruinen und Dschungelgebiete erkunden können. Unser einziger kurz besuchter Ort auf dem Festland war Belize Stadt. Im Vornherein hatten wir uns vorgestellt, dass dieser Ort auch zu einer amerikanisch ähnlichen Stadt geworden ist und waren deshalb erstaunt, dass Belize Stadt eher ein vergrössertes einheimisches Dorf ist. Die Insel Caye Caulker ist vielleicht weniger für einen Backpacker, jedoch für normale Touristen sicher ein toller Ort um eine schöne Zeit zu verbringen. Wer schöne und verlassene Sandstrände sucht, ist dort aber am falschen Ort.

Tipps Belize:


Belize ist das einzige Land in Zentralamerika, in dem die Landessprache Englisch ist. Bezahlt wird in Belize Dollar. Dieser ist immer die Hälfte des amerikanischen Dollars wert und ist an dessen Kurs gebunden. Das Land ist verhältnismässig eher teuer, was sich vor allem im Essen und in den Unterkünften bemerkbar macht.


Mexiko

Auf geht's in das letzte Land unserer grossen Zentralamerika Reise. Wir entschieden uns, die restlichen knapp vier Wochen nur die Halbinsel Yucatan zu bereisen. Nach den vielen Abenteuern kann man hier genügend schöne Plätze finden, um einfach mal nur zu chillen und die Zeit zu geniessen.

Bacalar

Mit dem Boot fuhren wir direkt von der Caye Caukler nach Chetumal in Mexiko. Was sich nach einer bequemen und einfacher Einreise anhörte, stellte sich als eine teure und nervenraubende Sache heraus. Denn nebst dem überteuerten Boot (55 Dollar), wurde eine Ausreisegebühr in Belize und eine Einreisegebühr in Mexiko von ca. 35 Dollar per Bootsanreise verlangt. Dazu kam ein endloses Warten und einer Sicherheitskontrolle, als wäre man Schwerverbrecher. Bereits ein bisschen angenervt vom Land kamen wir aber dann in wohl einer der schönsten Orte unserer Reise an, nämlich in Bacalar. Wir wussten bereits im Vorfeld, dass der See in 7 Blautönen erscheinen soll. Wenn man diesen aber vor sich hat und dazu noch im knietiefen Wasser steht, dass so klar ist wie eine schweizer Bergsee, fühlt man sich in einer anderen Welt. Unglaublich das dieser Ort sogar noch von den grossen Touristenmassen verschont bleibt und man das friedliche Dorf mitsamt der leckeren Restaurant voll und ganz geniessen kann. Aus unseren im Vorfeld gebuchten zwei Nächten, wurden dann schnell mal fünf daraus. Dieser Ort wird uns lange in Erinnerung bleiben!

Tipps: Ein schöner Ort, um die Idylle des See geniessen zu können, ist der Cocalitos Strand, etwa 10min mit dem Taxi von Bacalar entfernt. Dort gibt es Schaukeln und Hängematten im schönen Wasser, in dem hunderte Meter herauslaufen kann. Der Einstieg ist umgeben von Stromatolithen, einer über 3000 Jahre alten Gesteinsart, die wirklich perfekt ins Landschaftsbild passt.

Tulum-Akumal

Mit dem im Voraus online gebuchten ADO Bus, einem günstigen 1. Klasse Bus Unternehmen in Mexiko, ging es bequem weiter nach Tulum. Der Ort ist bekannt für dessen Maya Ruinen und einer der schönsten Strände Yucatans. Tulum selbst liegt entlang einer grossen und viel befahrenen Strasse, jedoch umgeben von vielen Restaurants und Touristen Shops. Da der Strand nicht direkt an die Stadt grenzt, eignet sich ein Fahrrad am Besten, um an den Strand zu cruisen. Die Taxis verlangen durch die vielen Touristen meist überteuerte Preise. Das wir die verlassenen Orte hinter uns lassen und wir uns nun in den grossen Touristenmassen befinden, merkten wir dann auch beim Besuch der Maya Ruinen in Tulum. Diese sind im Vergleich zu Tikal eher unspektakulär, jedoch in Kombination mit dem schönen Strand einen Besuch wert. Weiter ging es dann ein paar Tage später nach Akumal zu dem angeblichen Schildkrötenstrand. Noch vor ein paar Jahren konnte man hier mit etlichen Schildkröten schnorcheln. Wir trafen auf einen Strand, der zumal Eintritt kostete und man überall für eine teure Schnorcheltour angesprochen wird. Das Beste daran ist: Der Strand ist aufgeteilt und abgesperrt in Zonen. Ein kleiner Teil ist öffentlich und der andere darf nur mit "zertifizierten" Guides erschnorchelt werden. Schade dass wir zu spät waren und dieser Ort zu einer reinen Touristenabzocke geworden ist. Schildkröten haben wir dann leider auch keine gesehen.

Tipps: Etwas nördlicher des Schildkrötenstrandes Playa Akumal ist der Playa Blanca. Dort sind zwar viele Hotels, jedoch kann man leicht Zugang finden, z.B durch ein Restaurant. Einen öffentlichen Zugang gibt es nicht. Dort kann man aber auch herrlich schnorcheln, zwar auch ohne Schildkröten, aber eine Menge Fische und einer schönen Pflanzenwelt.

Playa del Carmen-Cozumel

Am günstigsten und einfachsten kommt man an der Küstenstrasse weiter mit den Taxis collectivos. Playa del Carmen war für uns schon vorher klar, dass man dort für Idylle und Kultur am falschen Ort ist. Da der Januar die beliebteste Reisezeit ist, waren die Touristenmassen am Strand wirklich immens. In der Shoppingstrasse fühlt man sich durch die vertretenen Marken wie in Amerika. Da es jedoch alles bietet, eignet sich Playa eher für Strandurlauber, die gerne alles an einem Ort haben und weniger für Backpacker, die nach unentdeckten Orten suchen. Wir buchten später ein paar Nächte auf der Insel Cozumel, die gerade vor Playa del Carmen liegt. Das Boot ist zwar sehr gross und die Insel ist nur eine gute halbe Stunde entfernt, trotzdem schaukelt das Schiff so sehr, das einem schnell übel werden kann. Cozumel ist für eine Insel sehr gross und die Hauptstadt ist San Miguel. Wir befinden uns nun im Reisegebiet der Amerikaner. Dennoch war Cozumel für uns gemütlicher als Playa del Carmen und mit weniger Touristen überfüllt. Die meisten Besucher docken nämlich nur tagsüber per Kreuzfahrtschiff an und am Abend kann man auch in einheimischen Restaurants essen gehen. Der Plaza del Sol ist abends farbig beleuchtet und ein passendes Wasserspiel sorgt für eine schöne Stimmung. Um die Insel zu erkunden, eignet sich ein Roller oder auch ein Auto besonders gut. Die Strände auf der Ostseite waren bei uns eher rau und man konnte nicht baden, durch die Brandung aber sehr schön anzusehen. 

Tipps: Für Mexiko eignet sich AirBnB sehr gut und man bekommt meistens das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. In Cozumel haben wir zum Beispiel für 26Fr. pro Nacht ein eigenes Appartement gemietet, das sogar sehr zentral gelegen war.

Valladolid


Aus meinen vorherigen Texten merkt man vielleicht, dass wir uns bei all den Urlaubern und nach Touristen ausgerichteten Gebieten nicht all zu wohl fühlten. Deshalb planten wir gerne noch die etwas zentraler gelegene Stadt Valladolid ein. Dies ist auch wieder eine ehemalige spanische Kolonialstadt und deshalb kann man dort noch das echte ursprüngliche Mexiko erleben. Die pastellfarbenen Gebäude und schönen Kirchen laden zum Verweilen ein. Bis anhin sind die grossen Touristenmassen nicht angekommen und wir genossen das gemütliche und friedliche Leben dort. Von Valladolid aus kann man dann wieder mit dem Taxi collectivo in nur einer Stunde zur Ruine Chichén Itzá fahren, eines der sieben neuen Weltwunder. Der bekannte Tempel der Ruinenstadt ist wirklich imposant und es gibt viele weitere spannende Gebäude zu besichtigen. Von Valladolid kann man auch schnell zu verschiedenen Cenoten gelangen. Wir entschieden uns, zu den Cenoten Xkeken und Samula zu fahren. Diese sind mit dem Fahrrad in 25min erreichbar und es gibt sogar einen Radweg an der grossen Strasse entlang. Diese Kalksteinlöcher sind in Yukatan sehr oft vertreten und sind manchmal bis über 100m tief. Die Cenoten Xkeken und Samula liegen gerade nebeneinander und können zusammen besichtigt werden. Sie sind verhältnismässig sehr wenig besucht aber nicht weniger schön. Sie liegen in einer Höhle und von oben kommt durch eine kleine Öffnung Tageslicht hinein, wodurch ein einmaliges und spektakuläres Bild entsteht. Baden ist auch möglich und es entsteht eine unglaubliche Stimmung.

Tipps: In Valladolid buchten wir drei Nächte im Casa Xu'unan über AirBnB, welches von einer herzlichen alten Mexikanerin eine super Gastfreundschaft bietet. Zudem liegt es gerade sehr zentral neben dem Kloster San Bernardino, wo bei uns Samstag abends sogar ein eindrückliches Lichtspiel an der Fassade stattfand.  

Isla Holbox


Für einen würdigen Abschluss unserer wunderschönen Zentralamerika Reise suchten wir uns die Insel Holbox aus, um an traumhaft weissen Stränden und blauem Meer die restliche Zeit zu geniessen. Die Natur hat uns aber für die 6 Tage leider nicht die schönste Seite gezeigt. Zum Einen waren die Strände durch die zu dieser Zeit herrschenden Strömung überfüllt von Seegras und es herrschte leichter Wellengang. Weiter war der Himmel eigentlich fast immer bedeckt, es war windig und nass. Machen kann man da leider nicht viel, ausser sich nicht zu fest enttäuschen zu lassen und das Bestmögliche daraus zu machen. Deshalb gingen wir bei halbwegs gutem Wetter sofort nach draussen und erkundeten zu Fuss die Insel. Wenn man alles östlich läuft, gelangt man zu einem Kiteboarder Strand und noch etwas weiter zu einer ruhigen Naturzone. Zudem kann man zur Ebbe Zeit zu einer Sandbank etwa 200m im Meer laufen, was ein cooles Erlebnis war. Auf die andere Seite der Insel ist es auch möglich zu laufen. Dabei gelangt man zum Strand Punta Cocos, der bei uns von der Seegras Strömung verschont blieb und so erlebten wir die eigentlich wunderschöne Insel doch noch. An dieser Stelle möchte ich niemanden abraten, diese wunderschöne, noch nicht überfüllte Insel zu besuchen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man sich hier bei schönem Wetter und guten Bedingungen wie im Paradies fühlt. Ein bisschen enttäuscht war ich jedoch von dem vielen Abfall der abseits des Zentrums rumliegt, was jedoch wohl von den heftigen Hurrikans und Stürmen kommen kann und schwierig in den Griff zu kriegen scheint. Um auf die Insel zu gelangen, fährt ein ADO Bus bis nach Chiquilá und von dort eine halbstündige Bootsfahrt. Unser Rückweg verlief nach Cancun, wo wir noch den letzten Abend bei schönstem Wetter am Hotelpool verbrachten. 

Tipps: Angeblich kann es vorkommen, dass die Geldautomaten in Holbox nicht funktionieren. Deshalb haben wir es auch im Voraus für gut erachtet, genügend Bargeld mit auf die Insel zu nehmen.

Fazit Mexiko


Eigentlich haben wir eher eine Yukatan Reise, als eine Mexiko Reise durchgeführt. Mexiko ist als grösstes spanisch sprechendes Land wirklich riesig und man muss sich gut entscheiden, welche Teile man besuchen möchte. Yukatan gilt als sehr sicher und bietet ein sehr guten Standard. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass hier die grossen Touristenmassen sind und je näher man der Stadt Cancun kommt umso mehr Urlauber sind zu sehen. Dennoch hat uns Mexiko mit seiner Vielfalt und schönen Plätze begeistert und wir werden sicher noch einmal ausführlicher das Land besuchen. Und wenn man ein wenig die Berichte liest, kann man auch sehr schnell Orte finden, wo man noch das eigentliche Mexiko erleben kann. Für mich war nebst den schönen Stränden, Lagunen und Cenoten auch die Küche ein Highlight. Leckere Tacos, Fajitas und Burritos an jeder Ecke und dazu ein Corona und man fühlt sich im siebten Himmel. Ja, Mexiko ist wirklich seine Reise wert! 

Tipps Mexiko:


Wie gesagt ist es am einfachsten und bequemsten im ADO Bus seinen Sitzplatz online zu reservieren, um von A nach B zu kommen. Weiter ist es auf vielen Strecken auch möglich, mit günstigen Taxis collectivos zu reisen. Wir sahen auch sehr viele Mietwagen, die durch die guten Strassen in ganz Yukatan sehr gut zu fahren sind.

Die Einheimischen haben Freude, wenn sie in ihrer Landessprache Spanisch angesprochen werden. Englisch ist aber in Touristenorten allgegenwärtig und man hat keine Mühe, sich zu verständigen.

Es wird in mexikanischen Pesos bezahlt. Dieser hat etwa den 20fachen kleineren Wert als der Schweizer Franken und ist so noch einfach umzurechnen. Auch hier gilt dasselbe wie bei den anderen Zentralamerikanischen Ländern. Der amerikanische Dollar wird fast überall akzeptiert, jedoch zu einem schlechten Kurs.

Übernachtungen zu finden war für uns das erste Mal auf unserer Reise etwas schwieriger geworden, da durch die Hochsaison vieles kurzfristig ausgebucht war, Deshalb entschieden wir uns nach ein paar Tagen, alles vorzubuchen und so eine bessere Chance auf die Räumlichkeiten zu haben. Wir merkten, dass in Mexiko AirBnB sehr gut vertreten ist und im Vergleich zu Booking das bessere Preis/Leistungsverhältnis hier bietet.